FEAT fordert autorisierten Ticketweiterverkauf und Vorgehen gegen unautorisierte Plattformen
Bei der Jahreshauptversammlung in Barcelona sprachen sich Delegierte aus sieben Ländern für veranstalterautorisierten Weiterverkauf mit eindeutigem Barcode aus. Zugleich verlangen sie, dass Behörden bestehende Gesetze gegen unautorisierte Anbieter durchsetzen.

Delegierte aus sieben Ländern haben sich bei der Jahreshauptversammlung des Bündnisses FEAT am 16. Oktober 2026 in Barcelona für einen vom Veranstalter autorisierten Ticketweiterverkauf ausgesprochen. Zugleich verlangten sie ein konsequentes Vorgehen gegen Plattformen ohne Autorisierung. Darüber berichtet das Branchenmedium MusikWoche.
FEAT tritt gegen den unautorisierten Ticketzweitmarkt an. Im Mittelpunkt des vom Bündnis bevorzugten Modells steht ein eindeutiger Barcode, der dem neuen Ticketinhaber zugewiesen wird. Das soll Fans vor Betrug schützen und davor bewahren, dass ihnen der Einlass verweigert wird. Anbieter ohne Autorisierung sollen nach Forderung des Zusammenschlusses keine Tickets mehr vermarkten können.
Das Ticket als Vertragsnachweis
Die Mitglieder betonten, ein Veranstaltungsticket sei keine frei handelbare Ware. Es belege vielmehr einen rechtsverbindlichen Vertrag zwischen dem Veranstalter und der Person, die die Veranstaltung besuchen will. Dieses Prinzip sei im EU-Recht wie in nationalen Rechtsordnungen verankert. Unautorisierte Weiterverkaufsplattformen handelten daher rechtswidrig, wenn sie die Bedingungen des Veranstalters umgehen und Verbraucher in die Irre führen.
FEAT verweist dazu auf eine Klarstellung des Europäischen Gerichtshofs vom März 2022: Ein Ticket sei danach der Nachweis eines Dienstleistungsvertrags. Zu den geplanten EU-Regelungen, die sich auf Preisobergrenzen beim Weiterverkauf konzentrieren, erklärte das Bündnis: „Geplante EU-Regelungen, die sich lediglich auf Preisobergrenzen für den Weiterverkauf konzentrieren, verkennen diesen grundlegenden Aspekt“.
Autorisierte Modelle als Alternative
Das Bündnis führt erfolgreiche, vom Veranstalter autorisierte Modelle in der EU an. Bei großen europäischen Festivals und Konzerten habe sich Ticketbetrug verringern lassen, indem der Weiterverkauf unter Fans über offizielle Kanäle lief. Dabei werden die ursprünglichen Tickets storniert und durch neue ersetzt. Belege für diese Angaben nennt die Quelle nicht.
Illegale Weiterverkäufer tragen nach Darstellung der Mitglieder weder zur Produktion bei noch ein finanzielles Risiko. Sie entzögen der europäischen Kreativwirtschaft Geld. FEAT fordert deshalb, dass die zuständigen nationalen und europäischen Behörden die bestehenden Gesetze konsequent durchsetzen, um den Zugang zu illegalen Ticketplattformen zu unterbinden.
Die Gründungsdirektoren Neo Sala (CEO Doctor Music) und Scumeck Sabottka (CEO MCT Agentur) formulieren es so:
„Ein vom Veranstalter autorisierter Weiterverkauf ist die einzige Möglichkeit, die Echtheit eines Tickets zu garantieren.“
Wer in Barcelona dabei war
An der Versammlung nahmen Abgesandte aus Deutschland, Spanien, Dänemark, Frankreich, Belgien, der Schweiz und dem Vereinigten Königreich teil. Genannt werden unter anderem All Things Live, Barcelona Serveis Municipals, Corida, Doctor Music, der FC Barcelona, die Gadget Entertainment Group, Get In, Greenhouse Talent, KKT und die MCT Agentur.
Quellen
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