Spotify entfernt mehr als 75 Millionen Songs als „Slop oder Spam“
Laut dem Jahresrückblick zu seinen KI-Schutzmaßnahmen hat Spotify über 75 Millionen Tracks gelöscht und weitere 50 Millionen aus den Empfehlungen genommen. Das Unternehmen räumt ein, dass die Erkennung mit der Technik schwieriger wird.

Spotify hat nach eigenen Angaben mehr als 75 Millionen Songs von der Plattform genommen, die das Unternehmen als „Slop oder Spam“ einstuft. Das geht aus dem Jahresrückblick zu den KI-Schutzmaßnahmen für Künstler, Songschreiber und Produzenten hervor, über den Rolling Stone Deutschland berichtet. Als Begründung nennt Spotify „schwerwiegende oder wiederholte Verstöße gegen unsere Regeln“.
Hinzu kommen 50 Millionen Tracks, die zwar im Angebot geblieben, aber aus den Empfehlungen für Nutzer entfernt wurden. Anlass waren laut Spotify wiederholte Qualitätsbeschwerden. In einem Newsletter schreibt das Unternehmen, man habe untersucht, welche Titel Hörer übersprungen, ignoriert oder als unerwünscht markiert hätten. Dabei sei ein klares Muster sichtbar geworden: Diese Tracks seien durchgängig als Slop oder Spam identifiziert worden.
Filter und Kennzeichnung
Den Vorrang für „mehr Musik von authentischen, menschlichen Künstlern“ beschreibt Spotify als zentrale Aufgabe der vergangenen sechs Monate. Nach Unternehmensangaben programmieren auch die eigenen Redakteure keine Inhalte, die als Slop oder Spam gelten. Zusätzliche Filter beziehen Hörerengagement und Feedback, Upload-Muster, Metadaten sowie Informationen mehrerer KI-Erkennungstools von Drittanbietern ein.
Inzwischen sind demnach 300.000 Künstler verifiziert. Ihre Profile tragen ein Badge, das auf eine „echte, identifizierbare Person“ hinter der Musik hinweist. Musik von sogenannten „AI Personas“ erhält ein eigenes Badge. Sie sind standardmäßig von redaktionellen und algorithmischen Empfehlungen ausgeschlossen, solange ihnen ein Hörer nicht selbst folgt.
Zusätzlicher Schutz für Künstler
Das Beta-Programm Artist Profile Protection soll Identitätsdiebstahl und Stream-Farming vorbeugen. Künstler können damit Veröffentlichungen prüfen, die unter ihrem Namen eingereicht werden. Spotify nennt tausende Teilnehmer und will den Zugang bis Ende des Jahres für weitere Künstler öffnen. Für Hörer gibt es eine Funktion, die KI-Beiträge zu einem Song in den Credits innerhalb der App aufführt.
Ein Wettlauf ohne Ziellinie
Spotify räumt selbst ein, dass „es nur schwieriger werden wird, je weiter sich generative KI entwickelt“. Beobachten will das Unternehmen unter anderem Massen-Uploads, Duplikate, SEO-Manipulation, Netzwerke von Spam-Playlists und bewusst extrem kurze Tracks. Die Zahlen belegen den Umfang der aussortierten Uploads, sagen aber nichts darüber, wie viele problematische Titel unentdeckt bleiben.
Auch andere Dienste reagieren. Tidal kündigte Anfang des Jahres an, nahezu vollständig KI-generierte Musik zu kennzeichnen. Sie darf auf der Plattform bleiben, lässt sich dort aber nicht monetarisieren. Spotify und Apple Music hatten laut Rolling Stone Deutschland zuvor Funktionen zur Erkennung KI-generierter Inhalte eingeführt, setzten dabei aber weitgehend auf die Transparenz von Künstlern und Distributoren.
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