Chance the Rapper gewinnt letzte Klage gegen Ex-Manager Pat Corcoran
Ein Richter in Cook County hat festgestellt, dass Corcoran seine Treuepflicht im Zusammenhang mit Zahlungen von Merchandise-Lieferanten verletzt hat, und beendet damit einen Rechtsstreit, der 2020 begann. Die veröffentlichten Feststellungen bieten eine Fallstudie darüber, wie Managerverdienste kontrolliert werden.

Ein Richter in Cook County hat entschieden, dass Pat Corcoran in Bezug auf das Merchandise-Geschäft des Künstlers seine Treuepflicht gegenüber Chance the Rapper verletzt hat. Damit ist der letzte verbleibende Anspruch in einem Streit entschieden, der 2020 begann. Music Business Worldwide berichtete, dass Richter James E. Hanlon Jr das 28-seitige Urteil am 13. Oktober 2026 erließ, unter Berufung auf Kopien, die Rolling Stone und Billboard vorlagen.
Corcoran, der Chance von 2012 bis 2020 managte, muss Provisionen herausgeben, die er von Lieferanten des Merchandise-Geschäfts erhielt. Außerdem muss er auf die 15-prozentige Managementgebühr verzichten, die er in dem vom Urteil erfassten Zeitraum aus diesem Geschäft bezogen hat. Er und Pat the Manager LLC haben 14 Tage Zeit, die Domain ChanceRaps.com an Chance zu übertragen; der Richter stellte fest, dass Corcoran sie 2013 auf seinen eigenen Namen registriert und während des gesamten Rechtsstreits behalten hatte.
Das Urteil nennt keine Summe, die Corcoran schuldet. Vertreter von Chance sagen, er werde voraussichtlich bis zu 1,5 Millionen Dollar an Managementgebühren verlieren, zusätzlich zu den Lieferantenzahlungen, die Chances Team als „Schmiergelder“ bezeichnet hat.
Doppelt für dasselbe Geschäft bezahlt
Chances Klage stützte sich auf die Treuepflicht: eine rechtliche Verpflichtung, seine Interessen über die eigenen des Managers zu stellen und ihn über Geld zu informieren, das der Manager mit seinen Geschäften verdienen könnte. Wie MBW das Ergebnis darstellt, wurde Corcoran beim Merchandise faktisch doppelt bezahlt: einmal von Chance durch seine Provision und ein zweites Mal von den Lieferanten, bei denen Chance einkaufte. Laut Rolling Stone kam der Richter zu dem Schluss, dass gerade beim Merchandise Corcorans Verhalten Chance tatsächlich Geld gekostet hatte.
Corcorans eigene Klage aus dem Jahr 2020 hatte das Merchandise-Geschäft als wichtigen Beitrag zu Chances Karriere dargestellt; er habe Produkte und Lieferanten beschafft und die Lagerbestände finanziert.
Chances Team sagt außerdem, der Richter habe festgestellt, dass Corcoran seine Treuepflicht bei einer Anfrage nach Anteilen an UnitedMasters verletzt habe, und bei zwei weiteren Projekten, dem Ramova Theatre in Chicago und We Are the Times, nicht offen gewesen sei.
Was der Richter nicht zusprach
Das Urteil war kein vollständiger Erfolg. Der Richter wies Chances Antrag auf Strafschadensersatz ab und lehnte es ab, Corcoran seine gesamte Vergütung als Manager abzuerkennen; laut Rolling Stone belief sich diese auf über 10 Millionen Dollar aus Musik, Touring und Merchandise. Außerhalb dieser Rolle musste Corcoran Chance laut Richter nicht bei jeder Investition ein Vorkaufsrecht einräumen. Billboard berichtete, dies betreffe Nebeninvestitionen in ein Theaterprojekt, ein Medien-Startup und eine Filmgesellschaft, weshalb die Summe geringer ausfallen wird als die knapp 11 Millionen Dollar, die Chances Team gefordert hatte.
Ein Sprecher Corcorans sagte gegenüber Rolling Stone: „Das Gericht hat entschieden, dass es keine Grundlage für Chances Forderung von mehr als 10 Millionen Dollar Schadensersatz gibt.“
Wie es so weit kam
Corcoran verklagte Chance im November 2020 und forderte 15 Prozent der Nettogewinne auf Grundlage einer ungeschriebenen Vereinbarung aus dem Jahr 2013. Chance reichte im Februar 2021 eine Gegenklage ein. Im März 2026 wies eine Jury Corcorans Forderung über 3,8 Millionen Dollar für nicht gezahlte Provisionen zurück, sprach Chance 35 Dollar Schadensersatz zu und empfahl, dass Corcoran die Domain herausgeben solle. Die Klage wegen Verletzung der Treuepflicht lag beim Richter, der sie auf Grundlage der Beweise aus diesem Prozess und einer Verhandlung ohne Jury im Mai entschied.
Was Manager und Künstler daraus mitnehmen können
EILISH hat das Urteil nicht gesehen, daher beruht diese Analyse auf der Berichterstattung von MBW darüber. Der Streit betraf die Provision eines Managers, einen separaten Geldfluss von Lieferanten und eine Vereinbarung, die nie schriftlich festgehalten wurde. Nach dem Urteil im März sagte Corcorans Anwalt Jay Scharkey gegenüber MBW: „Wir respektieren die Entscheidung der Jury, aber die Botschaft an Musikmanager ist klar: Lass es dir schriftlich geben.“
Für unabhängige Künstler und alle, die für sie arbeiten, ist der Fall eine Erinnerung daran, dass zu Beginn festgehalten werden sollte, was ein Manager verdienen darf und von wem.
„Ich bin dankbar, dieses Kapitel meines Lebens endlich abzuschließen, und kann es kaum erwarten, irgendwann meine Seite der Geschichte zu erzählen. Ich bin den Gerichten dankbar und, noch wichtiger, Gott, dass er mir treu geblieben ist.“
So lautete Chances Stellungnahme nach dem Urteil, wie MBW berichtete.
Quellen
Mit KI-Unterstützung von der Redaktion erstellt.
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