Grainge erweitert Frank Briegmanns Zuständigkeit um Kanada, Australien und Neuseeland
Der UMG-Chef hat Briegmann vor Investoren ausdrücklich gelobt. In derselben Runde sprach Lucian Grainge über Streaming, die wachsende Zahl KI-generierter Tracks und eine andere Vergütung durch die Plattformen.

Lucian Grainge hat Frank Briegmann in einer Gesprächsrunde mit Investoren ausdrücklich gelobt und dessen Verantwortungsbereich erweitert: Briegmann ist bei der Universal Music Group nun neben dem Großteil Europas auch für Kanada, Australien und Neuseeland zuständig. Grainge äußerte sich im Anschluss an die Zwischenbilanz für das dritte Geschäftsjahresquartal.
Anlass für die Nennung war Grainges Strategie, kreative Entscheidungen weiterhin lokal zu treffen und zugleich die globale Reichweite des Konzerns zu nutzen. Dafür brauche es die richtigen Leute mit Spielraum. „Frank Briegmann ist ein Beispiel dafür“, sagte der Chairman und CEO. Briegmann leite seit vielen Jahren das Geschäft in Mitteleuropa und den nordischen Ländern.
Größerer Markt, engere Verzahnung
Grainge begründete die Erweiterung mit Briegmanns bisheriger Bilanz. Dessen kreative Führung, sein wirtschaftliches Gespür, seine technologische Expertise und sein Respekt vor lokalen Kulturen hätten vielen Künstlerinnen und Künstlern zu langfristigen Karrieren verholfen. Als Ziel nannte Grainge, die Märkte enger zu vernetzen, die Zusammenarbeit zu beschleunigen und mehr Artists den Weg zu einem Publikum jenseits der Landesgrenzen zu ebnen, ohne die Besonderheiten der einzelnen Märkte zu beschneiden.
Streaming wächst, KI-Titel auch
Das Streaminggeschäft habe nach Grainges Einschätzung noch viele Jahre Wachstum vor sich. „Das Geschäftsmodell funktioniert, aber es könnte noch besser laufen“, sagte er und verwies auf die Masse an KI-Inhalten, die täglich auf die Plattformen komme. Nach seinen Angaben landeten Anfang 2025 rund 10.000 vollständig KI-generierte Tracks auf den Diensten, inzwischen seien es mehr als 90.000.
„Deren Zahl klettert schneller als die Schutzmaßnahmen“, räumte Grainge ein. Bei der Kennzeichnung und in rechtlichen Auseinandersetzungen könne Universal Erfolge vorweisen, und auch die Plattformbetreiber hätten wichtige Schritte eingeleitet, was er begrüße. Das Ausmaß des Problems lasse sich damit aber kaum eingrenzen.
Als Beispiel führte er den Blues an, der zwar nur einen Bruchteil des weltweiten Musikkonsums ausmache, kulturell und historisch aber bedeutend sei. In den Blues-Charts einiger großer Streamingdienste stammten bis zu fünf der zehn bestplatzierten Alben von KI-generierten Acts, ohne dass dies klar gekennzeichnet sei. Mit seinen Ausführungen wolle er kein Argument gegen KI-Entwicklung liefern, betonte Grainge, sondern für „lizenzierte Innovationen“, Transparenz und faire wirtschaftliche Bedingungen.
Vergütung als Hebel
Konkret will Grainge bei der Bezahlung ansetzen:
Auf unethische Weise erzeugte KI-Musikstücke sollten niemals auf derselben Grundlage vergütet werden wie Musik, die eine echte und dauerhafte Nachfrage schafft.
Die Streamingdienste seien auf Künstler angewiesen, die Abonnenten anziehen und halten. Deshalb müssten die Verträge mit den Plattformen so angepasst werden, dass die Vergütung den Wert der unterschiedlichen Inhalte besser abbilde. Massenhaft erzeugte, minderwertige KI-Inhalte beeinträchtigten nach Grainges Worten das Fanerlebnis und schmälerten den Wert der Arbeit echter Kunstschaffender.
Über die Gesprächsrunde berichtete MusikWoche.
Quellen
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