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NewJeans: ADOR-Verträge ließen übliche Schutzklauseln für Minderjährige vermissen

Verträge und E-Mails, die der Recherche vorliegen, zeigen Klauseln zu Einnahmen, Bildrechten und Trainee-Kosten. HYBE-Vertreter bestreiten, Trainees zu kosmetischen Eingriffen gedrängt zu haben.

· 2 Min. Lesezeit · 1 Quelle
NewJeans
Photo: TVTEN / CC BY 3.0 / Wikimedia Commons

Als Trainees waren die Mitglieder von NewJeans zwischen 14 und 17 Jahre alt, als sie ihre Verträge mit ADOR unterschrieben. Diese Verträge wichen vom Standardmuster der südkoreanischen Regierung ab und ließen dessen Schutzvorschriften für Minderjährige aus. Das geht aus einer neu veröffentlichten Recherche darüber hervor, wie K-Pop-Firmen ihre Künstler kontrollieren.

Das Muster garantiert jungen Künstlern das Recht auf körperliche und seelische Gesundheit, auf Schulbildung und Schlaf und setzt Labels Grenzen, wenn es um die Überlastung Minderjähriger geht. In den NewJeans-Verträgen fehlte diese Formulierung, die Mitglieder fielen daher nicht unter die Garantien.

Bedingungen, über die nicht verhandelt wurde

In E-Mails, die der Recherche vorlagen, werden die Konditionen als „im Wesentlichen nicht verhandelbar“ beschrieben. Die Mutter eines Mitglieds soll 2022 vor der Unterschrift mehrere Änderungen erbeten haben. Der Vizepräsident von ADOR antwortete, wenn sie die ursprünglichen Bedingungen nicht akzeptiere, sei es „vielleicht am besten, den Vertrag selbst noch einmal zu überdenken“. Die Eltern unterschrieben schließlich.

Einnahmen, Bildrechte und KI

Die Verträge erlaubten ADOR, die Musik von NewJeans auch nach Ende der Vereinbarung weiterzuverkaufen, während der Anteil der Gruppe an den Einnahmen sank. Im Text zitierte Rechtsexperten bezeichneten diese Klausel als ungewöhnlich.

Außerdem räumten sie ADOR das Recht ein, Abbild, Namen, Fotos, Handschrift, Stimmen und weitere identitätsbezogene Merkmale der Mitglieder zu nutzen und weiter zu lizenzieren. Die Mitglieder werden bezahlt, wenn ihr Abbild verwendet wird, haben aber keinen Einfluss darauf, wo ihre Gesichter oder Stimmen auftauchen. Das gilt auch für KI-generierte Stimmklone und Chatbots.

Schönheitskosten für Trainees

Die Verträge verpflichteten die Mitglieder, einen Teil der „Schönheitskosten“ zu tragen, die das Label während der Trainee-Zeit für sie ausgelegt hatte. Dazu zählten plastische Chirurgie, Hautpflege und „Körperformkorrektur“.

Personen aus dem Umfeld der Gruppe berichteten, das Label habe vor dem Debüt von NewJeans jedes Mitglied aus mehreren Winkeln fotografieren lassen, um zu untersuchen, wie das Licht auf der Bühne auf sie fällt. Auf Grundlage dieser Analyse habe es mehreren Mitgliedern Eingriffe nahegelegt. HYBE-Vertreter wiesen zurück, Trainees zu Eingriffen gedrängt zu haben. Solche Vorschläge würden in der K-Pop-Branche kaum als Zwang betrachtet, fügten die Quellen hinzu.

Branchenübliche Praxis und die Frage der Verantwortung

Die Recherche hielt fest, dass die meisten der restriktiven Bedingungen im K-Pop als üblich gelten. Zugleich weckte sie Zweifel, ob Min Hee Jin, die frühere Geschäftsführerin von ADOR, dafür verantwortlich war.

Einige Fans argumentieren in sozialen Netzwerken, die Verantwortung liege bei HYBE und nicht bei einer einzelnen Führungskraft. Sie verweisen auf HYBEs eigene Dokumentation, wonach der Konzern Vertragsgestaltung und -prüfung für alle seine Labels über ein internes Legal Management System abwickelt. Diese Lesart stammt von den Fans; die Ergebnisse der Recherche beziehen sich konkret auf die NewJeans-Verträge.

Die Ergebnisse wurden von der New York Times veröffentlicht.

Quellen

Mit KI-Unterstützung von der Redaktion erstellt.

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